Das älteste Klosterhospiz war in S. Gagl und wurde erstmals 1261 erwähnt. Bereits im Jahre 1253 wurde das noch heute bestehende Kreuz auf der Lukmanier-Passhöhe urkundlich erwähnt. Die Madonna, die beschützend ihren Blick in Richtung Tessin richtet, wurde im Jahre 1956 vom Steinhauer Genucchi von Castro errichtet.

Im Jahre 1374 wurde das erste Marienhospiz samt Kapelle unterhalb der Passhöhe von Abt Johannes III. erbaut. Im Jahre 1577 musste dieses Hospiz jedoch wegen Unwetter und Hochwasser versetzt werden. In den Jahren 1668, 1774 und 1918 erfolgten Renovationen und Erweiterungen des Hospizes.

Nachdem beschlossen wurde, auf der Alp von Santa Maria einen Stausee zu bauen, entschied sich das Konvent Disentis für einen Hospizneubau auf der Passhöhe. Mitte August 1964 wurde mit dem Bau begonnen. Am 1. August 1965 öffnete das jetzige Hospiz seine Tore und am 8. August desselben Jahres wurde es von Hochwürden Abt Viktor Schönbächler eingeweiht.

Dem Stausee weichen musste ebenfalls die zum Hospiz gehörende Kapelle. Die Grundsteinlegung für eine neue, moderne Kapelle, von den Nordostschweizerischen Kraftwerken (NOK) finanziert und vom Architekten Herrn Rieser geplant, erfolgte im Spätsommer 1966. Am 15. Oktober 1967 konnte die neue Kapelle von Abt Viktor Schönbächler eingeweiht werden. Die schönen Fresken der Muttergottes, des hl. Johannes und der hl. Martin und Placidus stammen aus der alten Kapelle.

Nach 618 Jahren Klosterbesitz hat sich das Kloster 1992 entschieden, das Hospiz der Pächterfamilie zu verkaufen. Zu erwähnen ist, dass die Familie Soliva seit 1878 Pächter des Hospizes ist und die Familie Gion und Gabriela Lutz-Soliva in der sechsten Generation tätig ist. Das Hospiz wurde 1993 teilrenoviert und um einen kleinen Anbau und eine grössere Terrasse erweitert. Ein neuer Eingang mit der neuen Windschutzmauer aus örtlichen Natursteinen wurde errichtet.

Jetzt umfasst das Gebäude ein Restaurant und Saal mit 130 Plätzen, eine 60plätzige Terrasse, 24 Betten in Doppel- und Mehrbettzimmern mit fliessendem Wasser und Etagendusche sowie ein Matratzenlager für 24 Personen mit Toiletten, Waschraum und Duschen.